Home
Kontakt | Impressum | Sitemap
Ausbildung
Bits und Steine
Die religionspädagogische Ausbildung im Einzelnen
Tools für die Unterrichtsberatung
Neuer Bildungsplan für Vikarinnen und Vikare
Arbeitsbereich Schule
Arbeitsbereich Gemeinde
Materialien zum Download

Bits und Steine



Die Vikarsausbildung bereitet sich auf eine virtuelle Zukunft vor



Die Vikarsausbildung im ptz bereitet sich auf eine virtuelle Zukunft vor. Nach einem ersten Onlineseminar, das im vergangenen Jahr stattfand, sollen nun nach und nach weitere Themen online angeboten werden. Das ptz reagiert damit auf einen hohen Bedarf an kontinuierlicher Begleitung und Beratung. Außerdem können Kursinhalte so nachhaltiger und praxisbezogener vermitteln werden, als auf einem Kurs.


Im vergangenen Jahr startete Studienassistent Christian Kögler ein erstes Onlineseminar zum Thema „Störungen im Unterricht“. Ein erster Versuch, denn der Kurs war freiwillig und nur drei Auszubildende nahmen das Angebot war. Das Seminar fand begleitend zum eigenen Unterrichten zwischen den beiden religionspädagogischen Kursen statt.

 

Wie sieht elearning konkret aus?

Das eLearning-Seminar „Störungen im Unterricht“ bestand in erster Linie in der gemeinsamen Lektüre einer Ganzschrift und der schriftlichen Reflexion des Gelesenen. Zunächst wurden die unterschiedlichen Anliegen zum Thema „Störungen im Unterricht“ erhoben und in einem eigens auf der virtuellen Lernplattform der EKD, www.rpi-virtuell.de, eingerichteten Onlineseminarraum gesammelt. Nach Lektüre des Textes konnten sich die beiden Vikarinnen und der Vikar aus dem Schwarzwald im Internet über die Praxisrelevanz des Gelesenen und die unterschiedlichen Erfahrungen bei der Anwendung des Gelesenen austauschen. Eine kurze Präsentation und kritische Würdigung des gelesenen Buches auf dem zweiten religionspädagogischen Kurs hätte den Abschluss des Seminars darstellen sollen. Leider kam es auf grund fehlender Zeit nicht mehr dazu.

 

Schwierigkeiten der Onlineangebote

Bei aller positiven Erfahrung zeigten sich deutliche Probleme und spezifische Schwierigkeiten bei der Nutzung von Onlineseminaren.

Entgegen unserer ursprünglichen Annahme scheiterten bereits einige Vikarinnen und Vikare(!) an der technischen Seite der Lernplattform. Offensichtlich beherrschen die angehenden Pfarrerinnen und Pfarrern die Handhabung der Möglichkeiten des Internets (doppelter Login, chat, Foren, etc..) nicht in dem Maße wie wir angenommen hatten. Bei gezielter Anleitung lassen sich einige Hürden meistern, doch offensichtlich ist die Motivation nicht hoch genug, um die meist doch naheliegenden Problemlösungen selbst zu finden. Vielleicht kann schon die verpflichtende Teilnahme am eLearning des ptz dazu führen, sich den technischen Hürden des eLearning eher zu stellen.

Ein weiteres Problem ist die freie Einteilung der Lernzeit, die mit einer hohen Eigenmotivation verbunden ist. Zwar gibt es ähnlich wie beim Fernlernen festgelegte Abgabetermine, z,B. für Aufgabenblätter, allerdings scheinen diese ‚virtuellen Deadlines’, gerade bei einem freiwilligen Seminar angesichts der ‚hardfacts’ des pfarramtlichen Alltags in den Hintergrund zu rutschen. Auch hier wird die verpflichtende Teilnahme an Onlineseminaren Abhilfe schaffen und eine Verschiebung der Prioritäten bewirken können.

 

Nutzen überwiegt

Die ersten Erfahrungen mit Online-Seminaren sind gemacht. Weitere sollen Folgen, denn die ersten Erfahrungen zeigen, dass der Bedarf an kontinuierlicher Begleitung und Beratung in der Phase zwischen den beiden pädagogischen Kursen hoch ist. Diese Phase wird mit der neuen Ausbildung noch länger. Schon allein deshalb ist es sinnvoll in der Zeit zwischen den beiden Kursen religionspädagogische Themen wach zu halten und die Möglichkeit der Beratung in Erinnerung zu rufen.

Außerdem zeigte sich, dass die praxisnahe und kontinuierliche Behandlung von Themen wesentlich nachhaltiger ist, als die isolierte Behandlung von Themen auf einem Kurs. So wird manches auf dem ersten Kurs Gesagtes erst bei einer Wiederholung in der Praxisbegleitung, oder einem Onlineseminar als wichtig erkannt, da es erst zu diesem Zeitpunkt anschlussfähig für die aktuelle Praxis wird. Der Schritt schulrechtliche Fragestellungen als wichtige Fragestellungen zu erkennen ist beispielsweise in Zeiten der Praxisbegleitung wesentlich kleiner, als im Seminar im fernen Birkach. Auf Grund der eingeschränkten Möglichkeiten der Beratung vor Ort, die letztlich nur in der Praxisbegleitungsphase besteht, wird deshalb die inhaltliche Begleitung der Vikarinnen und Vikare über ein eLearning-Angebot für bestimmte Themen an Bedeutung gewinnen.

 

Fahrplan eLearning

Für den im März 2006 beginnenden neuen Kurs sind daher folgende verpflichtende Angebot vorgesehen:

didactic basics, die Beschäftigung mit grundlegenden didaktischen Modellen im direkten Zusammenhang mit Hospitation in Schule, Konfirmandenarbeit und kirchlicher Erwachsenenbildung.

Schulrecht, eine Einführung ins Schulrecht (inklusive 40 zu lösender Fallbeispiele) im Zusammenhang mit den ersten eigenen Unterrichtserfahrungen in der Praxisbegleitungszeit.

Störungen im Unterricht, keine Suche nach der besten Ermahnung, sonder Anleitung zur Störungsprävention in der Zeit des ersten selbstständigen Unterrichtens.

Außerdem soll eine Befragung zu Beginn der Ausbildung Aufschluss über die Akzeptanz und Nutzungsgewohnheiten des Internets bei den angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer geben. So lassen sich eLearning-Angebote in Zukunft vielleicht besser an die Bedürfnisse der Vikarinnen und Vikare anpassen.

 

Fazit

Auch wenn die pädagogisch-methodische Welle des eLearnings schon fast wieder am Abflauen ist, wird das virtuelle Lernen eine fester Bestandteil und eine sinnvolle Ergänzung des neuen Ausbildungscurriculums werden. Auf Steine, Dächer und Seminarräume werden wir auch in Zukunft nicht verzichten können!

 

Christian Kögler, Studienassistent

 


Artikel auf rpi-virtuell...



über eLearning im Bereich der Vikarsausbildung